Das Wetter im Revier
Das Klima der hier beschriebenen Region ist eines der besten des Mittelmeerraums. Der Sommer beginnt gewöhnlich Anfang Mai und zieht sich oft bis weit in den Oktober hinein; der Winter beginnt Mitte Dezember. Der Sommer ist heiß und trocken, der Winter mild, weshalb die Segelsaison durchaus auf den Winter ausgedehnt werden kann.
Regen und Schnee
Regen fällt selten, fast ausschließlich im Winter und stets für nur kurze Zeit. Schnee ist im Küstenbereich und auf den Inseln so gut wie nie zu sehen. Eine Ausnahme war der Winter 2001/2002, der heftige Schneefälle mit sich brachte - in großen Teilen des Landes, besonders in der Region Attika, kam der Verkehr zum Erliegen und selbst auf den Straßen von Piräus bildete sich eine geschlossene Schneedecke, die allerdings nur zwei Tage lang hielt. Während der Sommermonate ist die Region gelegentlich von Wolken bedeckt, aber in den Monaten Juli und August nur minimal.
Gewitter
Zu Gewitter kommt es am häufigsten in den Frühlings- und Wintermonaten. Normalerweise ist die Dauer eines Gewitters nur kurz, etwa eine bis drei Stunden. Zu berücksichtigen ist, dass die Gewitter häufig starke Böen mit sich bringen.
Temperaturen
Die Temperatur liegt in den Nachmittagsstunden der Wintermonate bei etwa 12° C, der Gefrierpunkt wird nur sehr selten erreicht. In den Sommermonaten ist eine Temperatur von rund 33° C normal, Spitzenwerte in den Monaten Juli und August, die glücklicherweise nur sehr selten erreicht werden, liegen bei 40° C.
Die Wasser- beziehungsweise Seetemperatur liegt im Sommer (August) bei 25° C, im Herbst sinkt sie auf etwa 19° C, im Winter (Februar) auf 15° C und im Frühling steigt sie wieder auf 19° C an.
Sicht
In den Sommermonaten können Staubpartikel in der Luft die Sicht bis auf 2 Seemeilen reduzieren. Nebel ist sehr selten.
Strom
Im Saronischen Golf und im Argolischen Golf (sowie im gesamten östlichen Mittelmeer) setzt der generelle Strom grob gegen den Uhrzeigersinn (siehe Abbildung). Dieser Strom ist allgemein so schwach, dass er bei der Navigation vernachlässigt werden kann. Die vielen Inseln und die Kanäle zwischen diesen Inseln beeinflussen jedoch den generellen Strom, so dass seine Richtung sich häufig ändert und an einigen Stellen setzt der aktuelle Strom sogar genau entgegengesetzt der Flussrichtung des generellen Stroms. Stellen, an denen der Strom besonders ausgeprägt ist, sind in den Karten verzeichnet und werden bei den nachfolgenden Beschreibungen der spezifischen Seegebiete ausdrücklich erwähnt
Seegang
Winde aus Süden oder Westen erzeugen im Mittelmeer manchmal eine starke Windsee, die aber nie so kräftig ist, wie beispielsweise im Atlantik. Die Wellen im Mittelmeer sind jedoch viel kürzer und steiler, als die Wellen, die im Atlantik zu beobachten sind. Ab 5 Beaufort wird das Segeln am Wind zu einer nassen Angelegenheit und man wird feststellen, dass Segeln tatsächlich ein Sport ist. Glücklicherweise sind der Saronische und der Argolische Golf nach Westen geschützt, so dass in diesem Revier nur bei Südwind mit starkem Seegang gerechnet werden muss.
Tide
Das östliche Mittelmeer ist zwar generell kein Tidenrevier, weshalb auch der im Saronischen und Argolischen Golf zu beobachtende Tidenhub vernachlässigbar ist, aber im östlichen Mittelmeer wird die Höhe des Meeresspiegels durch Wind und Eigenschwingungen der Wassermassen (Seiches genannt) bestimmt.
Für den Saronischen Golf gilt, dass der Meeresspiegel, ausgehend vom mittleren Meeresspiegel, an den Küsten bei Südwind um bis zu 40 cm steigt und bei Nordwind um bis zu 50 cm fällt. Für den Argolischen Golf gilt, dass der Meeresspiegel, ausgehend vom mittleren Meeresspiegel, an den Küsten bei Südwind um bis zu 50 cm steigt und bei Nordwind um bis zu 50 cm fällt. Größere Schwankungen sind im hier beschriebenen Revier nicht feststellbar.
Bei Häfen, in denen diese Schwankungen kritisch werden könnten, werden Sie in der jeweiligen Hafenbeschreibung einen entsprechenden Hinweis finden.
Der Wind
Alle Windstärken sind in Beaufort angegeben.
Der im östlichen Mittelmeer vorherrschende Sommerwind ist der Meltemi (siehe Beschreibung des Meltemi weiter unten), ein Wind aus Nord bis Nordost. Ob Sie den Meltemi jedoch im hier beschriebenen Revier zu spüren bekommen, hängt davon ab, wo genau Sie sich befinden. Entlang der Küste Attikas, von Kap Sounio bis zum Kanal von Korinth bläst der Meltemi aus Nord-Nordost bis Nordost mit der Stärke 4-5, in der Nähe von Kap Sounio und besonders nach dem Passieren von Kap Sounio in Richtung Kykladen auch stärker, in der Gegend von Poros und der Halbinsel Methana oft schwächer. Bläst der Meltemi nicht, dann hat man es meistens mit einem Südwind in der Stärke 2-4 zu tun, der gegen Mittag einsetzt und bei Sonnenuntergang wieder einschläft.
In der Gegend um Hydra und im Argolischen Golf ist der vorherrschende Wind ein Wind aus Südost, der gegen Mittag in der Stärke 3-5, selten mehr, einsetzt und am Abend wieder einschläft. Auf diesen Wind kann man sich im Argolischen Golf zu etwa 80% verlassen. Herrscht im Saronischen Golf der Meltemi mit 5-6 Beaufort, dann gibt es in den Vormittagsstunden häufig auch im Argolischen Golf Nordwind mit etwa 4 Beaufort, der am Nachmittag aber meistens wieder durch den südlichen Wind verdrängt wird. Nachts gibt es im Argolischen Golf häufig Nordwind in der Stärke 2-3, der am Morgen, spätestens jedoch am Vormittag wieder einschläft. Auf der Westseite des Argolischen Golfs ist der Wind oft bis zu 2 Beaufort stärker, als auf der Ostseite.
Die Küste der Peloponnes weiter herunter nach Süden ist der Wind entweder ein abgeschwächter Meltemi aus Nordost, ein Wind aus Südost oder Südwest, seltener ein Ostwind.
In den Wintermonaten ist der dominierende Wind ein milder Südwind, der nur selten von Winden aus Nord bis Nordost abgelöst wird.
Fallböen
Wer von der offenen See kommt und sich einer Küste nähert, muss aufpassen: Kaps und hohe Luvberge sind für Fallböen berüchtigt. Manchmal kracht es wie aus dem Nichts mit 7 bis 8 Bft von den Bergen und Kaps herunter. Hier hilft nur rechtzeitiges Reffen.
Meltemi
Etesien, häufiger Meltemi, ist der Name des in der Ägäis in den Sommermonaten dominierenden nördlichen Windes. Der Name Etesien ist abgeleitet vom griechischen Wort für Jahr (Etos), und dieser Name wurde überlegt gewählt, denn tatsächlich kehren die Winde jährlich in etwa gleicher Periode zurück. Statt des griechischen Namens Etesien hat sich der türkische Name Meltemi durchgesetzt, weshalb auch wir diesen Namen benutzen werden. Die Meltemi waren schon im antiken Griechenland ein Studienobjekt: Neben Thales und Aristoteles haben viele andere die Meltemi-Winde beobachtet und herausgefunden, dass sie Mitte Juli auftauchen und für etwa 60 Tage vorherrschen. Aristoteles war etwas spezifischer und hat uns überliefert, dass die Winde nach der Sonnenwende (21. Juni) einsetzen.
Die Winde blasen nicht jedes Jahr mit der gleichen Häufigkeit; sie entstehen, wenn ein Hochdruckgebiet über der Balkanhalbinsel mit einem Tiefruckgebiet über dem östlichen Mittelmeer zusammentrifft. Normalerweise beginnt die Meltemi-Periode Ende Mai und endet Ende September. Die Phase der Haupt-Meltemi, Drimes genannt, sind die Monate Juli und August, wobei sie besonders im August stürmisch und häufiger sind. Während der Monate Mai, Juni und September sind die Meltemi schwächer und nicht ganz so häufig. Die Meltemi blasen normalerweise am Tage zwischen 8.00 und 20.00 Uhr mit ihrer größten Stärke gegen 14.00 Uhr.











