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Revierinformationen

Unter dieser Überschrift finden Sie die drei Rubriken »Revierbeschreibung«, »Formalitäten« und »Reiseinfos«. Während die »Revierbeschreibung« wichtige nautische Informationen, beispielsweise zum Funkverkehr und zur Navigation, enthält, liefern die »Reiseinfos« allgemeine Informationen für Griechenland-Touristen. Leider geht es auch bei einem Griechenland-Urlaub und besonders bei einem Griechenland-Urlaub mit einer Yacht nicht ohne gewisse Formalitäten. Alles Wissenswerte zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik »Formalitäten«.

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Saronischer Golf, Argolischer Golf und östliche Peloponnes

argosaronicWer vom Westen kommend den Kanal von Korinth passiert oder A. Malea rundet, befindet sich anschließend im Ägäischen Meer. Die beiden Punkte markieren die nordwestliche und die südwestliche Grenze des hier beschriebenen Seegebiets, die östliche Grenze bildet A. Sounio.

Das Ägäische Meer oder, wie der Volksmund sagt, die Ägäis hat seinen beziehungsweise ihren Namen von Ägäas, der im 14. Jahrhundert v.Chr. König von Athen war. Ägäas hatte einen Sohn mit dem Namen Theseus. Theseus ging als Teil der jährlich an die Minoer zu entrichtenden Zwangsabgabe, bestehend aus sieben jungen Frauen und sieben jungen Männern als Fraß für den Minotaurus, nach Kreta. Mit der Hilfe von Ariadne, König Minos' Tochter, gelang es Theseus, den Minotaurus zu töten und gemeinsam mit Ariadne und den jungen Leuten zu flüchten. Auf dem Weg zurück nach Athen entführte Dionysos Ariadne und in seinem Kummer darüber vergaß Theseus, seinem Vater ein zuvor vereinbartes Signal zu übermitteln: Wäre er dem Minotaurus unterlegen gewesen, hätte sein Schiff schwarze Segel setzen sollen, hätte er hingegen den Minotaurus besiegt, dann hätten es weiße Segel sein sollen. König Ägäos sah nun das Schiff seines Sohns mit schwarzen Segeln zurückkehren, wähnte seinen Sohn tot und schürzte sich aus lauter Verzweifelung in der Gegend von Sounio ins Meer und ertrank. So, das war jetzt nur für den Fall, dass Sie wirklich wissen wollten, warum die Ägäis Ägäis heißt.

 

Für den geschichtsinteressierten Leser sei erwähnt, dass sich in dem hier beschriebenen Gebiet mindestens fünf wichtige historische Plätze befinden. Zweifellos ist Athen als Zentrum des klassischen Griechenlands die geschichtsträchtigste Stadt, in der noch heute viele Überreste aus der Antike zu finden sind. Etwa 8 Kilometer westlich des Hafens von Epidauros befinden sich das Theater von Epidauros und das Heiligtum des Äskulap. Südwestlich von Athen, nur durch einen schmalen Kanal vom Festland getrennt, liegt die Insel Salamina, deren umgebende Gewässer Schauplatz der am 22. September 480 v.Chr. zwischen Hellenen und Persern ausgetragenen Seeschlacht von Salamis waren. Sounio wurde bereits kurz erwähnt, nicht aber, dass direkt oberhalb einer schönen Ankerbucht bei Sounio der relativ gut erhaltene Tempel des Poseidon steht. Der Poseidon-Tempel bei Sounio läuft, wenn es um Sonnenuntergangfotografien geht, der Akropolis fast den Rang ab. Sounio markiert nicht nur die östliche Grenze des hier beschriebenen Seegebiets, sondern stellt auch die Grenze zwischen Saronischem Golf und den Kykladen mit Kea als nächstgelegene Kykladeninsel dar. Mycäne liegt nur wenige Kilometer nördlich von Nafplio und ist immer einen Besuch wert.

Küstenfunkstellen

Das Rufzeichen griechischer Küstenfunkstellen lautet allgemein OLYMPIA RADIO (bis Ende 2001 war das HELLAS RADIO). Wenn Sie sich mit einer Küstenfunkstelle in Verbindung setzen, sollten Sie neben dem Yachtnamen auch Ihr eigenes Rufzeichen nennen. Die Küstenfunkstellen können Sie in griechischer und englischer Sprache anrufen.

Alle Stationen der Hafenpolizei sind mit UKW/VHF-Geräten ausgestattet und hören die Kanäle 08, 12, 16 und 19 ab.

Hafen- beziehungsweise Marinabüros sind in der Regel ebenfalls mit UKW/VHF-Geräten ausgestattet; die jeweiligen Kanäle finden Sie bei den Beschreibungen der einzelnen Häfen/Marinas. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass leider nicht immer auf Anrufe der Hafen-/Marinabüros reagiert wird (selbst bei einem Anruf auf Kanal 16 nicht).

Nachfolgend die Liste der für das hier beschriebene Revier relevanten Küstenfunkstellen:

  • Athinai/Athens (Athen), Rufzeichen ATHINA/ATHENS-RADIO/SVN, sendet über die Frequenzen 2182, 1695, 2690 und 1767 KHz, empfängt über 2182 KHz.  Anrufe auch über UKW/VHF-Kanal 16.

  • Piraeus (Piräus), Hellenic Coastguard (griechische Küstenwache), sendet über die Frequenzen 1698, 1904 und 2182 KHz, empfängt über 2182 KHz. Sendet und empfängt über die UKW/VHF-Kanäle 07, 18, 19, 20 und 21. Diese Küstenfunkstelle vermittelt keine öffentliche Verbindungen; sie nimmt Notverkehr (Distress), Dringlichkeitsverkehr und Sicherheitsverkehr (Securite) entgegen. An diese Küstenfunkstelle können Sie sich wenden, falls Sie was über Umweltsünder zu berichten haben, beispielsweise über ein Schiff, das Altöl ins Meer einleitet. Meteorologische Informationen erhalten Sie auf Anfrage.
    Tel.: 210 4112500
    Fax: 210 4115798

  • Aspropyrgos Attikis Coastguard (griechische Küstenwache), sendet über die Frequenzen 1734 und 2182 KHz, empfängt über 2182 KHz. UKW/VHF-Kanal 16. Diese Küstenfunkstelle vermittelt keine öffentliche Verbindungen; sie nimmt Notverkehr (Distress), Dringlichkeitsverkehr und Sicherheitsverkehr (Securite) entgegen. An diese Küstenfunkstelle können Sie sich wenden, falls Sie was über Umweltsünder zu berichten haben.
    Es existieren eine Reihe weiterer Küstenfunkstellen, die von Athen aus gesteuert werden. Die für das hier beschriebene Revier relevanten Küstenfunkstellen sind:

  • Gerania Coastguard, 2182 KHz, UKW/VHF-Kanäle 02, 16 und 64

  • Monemvassia Coastguard, 2182 KHz, UKW/VHF-Kanal 16.

  • Perama, UKW/VHF-Kanäle 25, 26, 86 und 87

  • Poros Coastguard, 2182 KHz, UKW/VHF-Kanäle 16, 27, 28 und 88

Seenotrettungsdienst

In viele Häfen sind Seenotrettungskreuzer oder kleinere Rettungsschiffe stationiert, ferner Schiffe oder (Speed-)Boote der griechischen Küstenwache. Wie bereits erwähnt, hört Olympia-Radio ständig Kanal 16 und 2182 MHz ab. Das Search-and-Rescue-(SAR-)Coordination-Center für sämtliche Einsätze ist Piräus (Piraeus JRCC MMSI 237670000, Tel.: 210 4112500, Fax: 210 4115798).

Ausweichpflicht

In griechischen Gewässern gelten die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR).

Navigation

Die Navigation im Saronischen und Argolischen Golf und den angrenzenden Gewässern ist einfach, da nahezu überall Landmarken sichtbar sind. In der Nacht sind die griechischen Küsten erstaunlich gut befeuert, wobei es jedoch im Nordteil des Saronischen Golfs recht schwierig ist, spezifische Feuer vor dem Lichtermeer Athens und der Vorstädte auszumachen.

In der Regel navigiert man im hier beschriebenen Revier also nach Sicht. An Hilfsmitteln benötigen Sie dazu aktuelle Seekarten, Hafenpläne, einen Steuerkompass, einen Peilkompass, ein Fernglas, einen Zirkel, Bleistifte, Kursdreiecke und/oder Kurslineal oder Parallel-Lineal.

Eine Logge ist für die Koppelnavigation notwendig, ein Lot eigentlich nur so lange, bis man gelernt hat, Tiefen anhand der Wasserfarbe richtig zu schätzen. Als Richtschnur: dunkelblau bedeutet 15 Meter und tiefer, türkis etwa 10 Meter, grün 5 Meter und braun erscheint ein Fels knapp unter der Wasseroberfläche. Die Farbe ist natürlich auch von der Beschaffenheit des Grundes abhängig.

Global Positioning System (GPS)

Ein GPS-Gerät ist für die gezielte Ansteuerung von Wegpunkten nützlich; für die generelle Navigation kann aber auf dieses elektronische Hilfsmittel getrost verzichtet werden. Falls Sie ein GPS-Gerät einsetzen, dann achten Sie darauf, dass das GPS-Gerät und die aktuell benutzte Seekarte das gleiche Bezugssystem verwenden oder berichtigen Sie die vom GPS erhaltenen Koordinaten um die in der Karte angegebenen Werte, bevor Sie sie einzeichnen. GPS-Geräte sind normalerweise auf das Bezugssystem WGS84 eingestellt.

Selbst wenn das GPS-Gerät und die Seekarte dasselbe Bezugssystem verwenden ist Vorsicht angebracht. Das GPS liefert zwar die exakten Koordinaten (na gut, auf etwa 20 Meter genau) des Punktes, an dem Sie beziehungsweise das GPS-Gerät sich befinden, aber wenn Sie diese Koordinaten in die Seekarte übertragen, werden Sie gelegentlich feststellen, dass Sie laut Seekarte eigentlich woanders sein müssten. Das liegt daran, dass die Seekarten einfach nicht so genau sind, wie das GPS, was sicher einleuchtet, wenn man weiß, dass viele Seekarten noch auf Vermessungen beruhen, die im 19. Jahrhundert durchgeführt wurden.

Differential GPS (DGPS)

Gegenwärtig existieren in Griechenland keine DGPS-Stationen.

Treibstoff

Diesel ist in jeder Marina und in fast jedem Hafen erhältlich. Für Benzin kann es schon mal notwendig sein, selbst die nächstgelegene Tankstelle aufzusuchen. Das Tanken an einer speziellen Tankstation am Kai oder Steg ist in Griechenland selten möglich. In der Regel wird Diesel per Tankwagen oder auch per Kleintransporter mit Dieseltank auf der Ladefläche geliefert und in den Tank der Yacht gepumpt. Oft werden Sie auf einem Zettel irgendwo am Kai die Telefonnummer finden, über die Sie den Tankwagen anfordern können. Wenn Sie die Telefonnummer nicht finden, dann fragen Sie einfach Ihren Stegnachbarn oder einen der Fischer.

Wasser

In den meisten Marinas werden Sie einen Wasseranschluss finden. Wo nicht direkt am Kai oder Steg ein Wasseranschluss vorhanden ist, wird das Wasser mit einem Tankwagen angeliefert (nein, nicht der Tankwagen, der den Dieseln bringt). Per Tankwagen kommt das Wasser auch in den meisten Häfen zum Schiff, manchmal auch per Schlauch von einer der umliegenden Tavernas. Um herauszubekommen, wer das Wasser liefert, verfahren Sie wie unter der Überschrift »Treibstoff« beschrieben. Die Preise für Trinkwasser variieren und werden normalerweise vom Gemeinderat des jeweiligen Ortes festgelegt. Fragen Sie vorher nach dem Preis und handeln Sie, falls er Ihnen zu hoch erscheint.
Die Qualität des Trinkwassers ist generell gut und es ist überall gefahrlos zu trinken, weshalb Sie auch zur Schonung der Umwelt auf das überall erhältliche, in Flaschen abgefüllte Mineralwasser verzichten sollten, denn unsere Meere und Küsten (nicht nur die Griechenlands) sind schon verschmutzt genug. Fragen Sie aber bei der Übernahme einer Charteryacht, wie lange sich das Trinkwasser bereits im Wassertank der Yacht befindet. Im Zweifel lassen Sie es austauschen, selbst wenn das für Geschrei des Vercharterers sorgen sollte -- die Gesundheit geht vor!
Wasser ist in Griechenland eine der wertvollsten Ressourcen und als solche entsprechend zu behandeln. Auf vielen kleineren Inseln wird besonders gegen Ende des Sommers der Wasservorrat knapp und es ist einfach eine Unverschämtheit, im Hafen einer solchen Insel seine Yacht mit Trinkwasser abzuspülen. Einige Inseln besitzen  überhaupt keine oder nur sehr geringe eigene Trinkwasservorräte und erhalten Wasser per Tankschiff.

Kranen

Nicht in allen Marinas und Häfen lassen sich Yachten aufs Trockene legen. Die folgende Liste zeigt die Orte beziehungsweise Inseln, die über Travel-Lifts, Kräne oder sonstige geeignete Vorrichtungen verfügen, um eine Yacht aus dem Wasser zu holen. Die exakten Standorte finden Sie in den jeweiligen Beschreibungen der Marinas, Häfen, Inseln oder Küstenabschnitten. Aufgelistet sind nur die Orte, bei denen auch eine Überwinterung auf dem Land möglich ist.

Ägina: Travel-Lift (60t)
Alimos
: (Marina Kalamaki): Kran, ca. 500 Trockenliegeplätze
Delta Faliro: Kran, ca. 20 Trockenliegeplätze
Elefsina
: Kran, ca. 50 Trockenliegeplätze in angrenzender Boatyard.
Flisvos
: Kran, ca. 14 Trockenliegeplätze für Schiffe bis 15 m LOA.
Galatas: Kran, ca. 20 Trockenliegeplätze
Kilada: Kran
Pachi: Travel-Lift
Perama
: mehrere Werftbetriebe, Travel-Lift (250t), Slips bis 1000t
Poros
: Travel-Lift (17t)
Porto
Cheli: Kran (40t)
Salamina
: Abelakia und Ag. Nikolaos, Travel-Lift (100t)

Abfall

Die Verschmutzung aller unserer Meere und Strände hat bereits tragische Ausmaße erreicht und die Menge des Plastikabfalls nimmt leider auch in griechischen Gewässern und an griechischen Stränden stetig zu. Verantwortlich dafür sind Griechen und Touristen gleichermaßen, bedauerlicherweise auch viele Yachttouristen.
Es gibt schlicht keine Entschuldigung dafür, Abfall ins Meer zu werfen. In sämtlichen Marinas und Häfen gibt es Müllcontainer oder sonstige Müllbehälter, und dort hinein gehört der Abfall. Findet man in einem Hafen ausnahmsweise einmal keinen Müllbehälter, dann verbleibt der Abfall an Bord, bis er im nächsten Hafen ordnungsgemäß entsorgt werden kann.